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Global Generation-Jahresbericht 2010

Ein Bildungsprojekt mit älteren Menschen


Der Weltfriedensdienst widmet sich mit seiner Bildungsarbeit explizit einer neuen Zielgruppe: Das EU-geförderte Projekt Global Generation wendet sich seit Beginn 2010 an über 50-Jährige in Deutschland, Österreich und Ungarn.

Gemeinsam mit den Partnerorganisationen Südwind Österreich, BOCS Ungarn und der Brücke/Most-Stiftung in Dresden hob der WFD ein Projekt aus der Taufe, das mithilfe von biografischen Erfahrungen der Zielgruppe zu einem sinnvollen und sinnstiftenden entwicklungspolitischen Engagement anregen möchte. In fünf Workshops über das Jahr verteilt entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kompetenzen, mit denen sie sich wirkungsvoll in ihrem Umfeld für Menschen im Süden einsetzen können.

Der Ausgang hierfür waren die einzelnen Biografien der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Welche globalen Zusammenhänge ließen sich dort finden, welche Kompetenzen brachten sie mit und welche gemeinsamen Erfahrungen hatten sie mit Menschen aus Südafrika, Ungarn und Österreich? In jedem Jahr finden diese Betrachtungen unter einem anderen Thema statt, das einen Zugang zu fremden Lebenswelten und Themen der Globalisierung ermöglichen soll. 2010 waren das die „Erfahrungen nach dem Krieg“.

Die Workshopreihe wurde spiegelbildlich auch in Ungarn und Österreich durchgeführt. Im Juli 2010 trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen drei Ländern zu einem gemeinsamen Workshop in Berlin, wo sie zu den Themen Kultur und Werte arbeiteten. Der vierte Workshop der Reihe wurde geleitet von einer Trainerin und einem Trainer unserer Partnerorganisation Sinani - Survivors of Violence in Südafrika. Sie stellten Strategien der Konfliktbearbeitung vor und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sie mit denen ihrer Familien und Gesellschaft nach Ende des Zweiten Weltkriegs vergleichen. Besonders die Arbeit mit Roma-Teilnehmerinnen in Ungarn brachte auch für den südafrikanischen Trainer neue Erkenntnisse. Ende November schlossen die Teilnehmenden den Kurs ab, motiviert und gerüstet für die Entwicklung eigener kleiner Projekte und Projektpartnerschaften.

Im November begann auch eine Weiterbildung „Globale Perspektiven. Veränderungen für das Land!“ für 15 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. In fünf dreitägigen Seminaren werden diese dazu befähigt, Themen der Einen Welt in ihren Arbeitsalltag zu integrieren und Veränderungsprozesse anzustoßen. Die Weiterbildung wird das Projekt bis ins Jahr 2012 begleiten. Sie wird als Grundkurs für zivile, gewaltfreie Konfliktbearbeitung durch die AGDF zertifiziert.

Die Bildungsarbeit von Global Generation wird flankiert von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, einer Website und von öffentlichen Veranstaltungen: Eine Ausstellungseröffnung in Brandenburg an der Havel, eine Kooperationsveranstaltung mit der Rosa Luxemburg-Stiftung im Afrika-Haus, eine Diskussionsveranstaltung mit Ruth Weiss. Eine entwicklungspolitische Stadtführung durch Dresden und weitere kleine Veranstaltungen sollen das Projekt bekannt machen.

Gemeinsam mit den Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern wurde die biografische Wanderausstellung „Lebenslinien“ entwickelt, die durch verschiedene Regionen in Deutschland, Österreich und Ungarn wandert – und auch übersetzt ins Englische durch das südliche Afrika. In ihr erzählen ältere Menschen aus Süd und Nord, was ihnen wichtig ist im Leben, wie sie mit gesellschaftlichen Veränderungen umgegangen sind und was sie sich für die Zukunft wünschen. Das Projekt wurde 2010 von der UNESCO als „Dekadeprojekt Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

Impressum | Disclaimer | Global Generation - Weltfriedensdienst e. V., Hedemannstr. 14, 10969 Berlin, Tel.: +49 30 25 39 90-0, Fax.: +49 30 25 11 887, E-Mail: info(at)wfd.de